• Michelle Reznicek

5er Freitag... Erinnerung's Bausteine



Im Bau und Hobby Coop – geht die Schlange der Anstehenden, durch die halbe Tiefgarage. Der Haupteingang ist geschlossen. Für mehr Schutz - den Nutzern gegenüber. Nun quetschen sich alle die rein-müssen, an allen die raus-müssen vorbei und stehen sich gegenseitig im Weg, währenddessen sie versuchen alle «fachgemäss» ihre Hände zu desinfizieren.

Ich sage «fachgemäss», weil Hände desinfizieren nichts nützt, so lange man die Hände davor nicht gewaschen hat. Aber gut. Ausserdem wie sinnvoll ist das eigentlich? Umso mehr wir alles deifizieren, umso weniger Immunität haben wir Schluss und endlich. Wir werden dadurch für Krankheiten immer anfälliger. Ist das wirklich sinnvoll? Wäre einfach Händewaschen nicht besser? Oder verdient die Wirtschaft so toll an Desinfektionsmittel, dass der Verkauf so gepuscht wird? Und wenn in China die Strassen tatsächlich total desinfiziert werden – haben sie sie zuvor auch gewaschen? Und was bedeutete das, für die Erde darunter und das Grundwasser? Die Menschen und Tiere leben danach, noch auf und von dieser Erde. Stichwort: Rückständen? Wie sinnvoll ist es Boden und Erde zu desinfizieren, die ja praktisch aus Bakterien besteht? Ist es besser evtl. an eine Krankheit zu sterben, von der man gar noch nicht weiss, ob sie wirklich über den Boden oder Gegenständen ansteckend ist, oder aber an den giftigen Rückständen im Boden, der Luft, der Erde, den Lebensmitteln und den Tieren?

Ausserdem tut mir die ganze Plastikverschwendung leid: Die Absperrbänder, die Desinfektion-Flaschen, die Plastikhandschuhe, die Plastikabdeckungen, für die «Verbotene Ware» und so weiter.

Seit Wochen höre ich die «Klima-Schützer» darüber jubeln, wie wenig Auto gefahren wird, und wie die Tiere in die Städte zurückkehren. Was heisst eigentlich zurückkehren? Sie haben hier vorher auch nicht gewohnt oder? Und es wäre es nicht besser, wenn sie sich an einem geeigneteren Ort aufhalten würden? Ich meine so von «Autoüberfahren» und «Abfall-Fressen» -technisch gesehen. Was soll das Jubeln? Wenn jetzt alles wieder «Normal» wird, glauben sie, es hat dann einen Unterschied gemacht? Es bleibt ja nicht so. Eher umgekehrt. Man fährt mehr Auto. Weil man nicht in die riskanten «Öffentlichen Verkehrsmittel» will. Das ist keine Lösung liebe Freunde.

Und dann die Überraschung der Politiker, dass es jetzt mehr «Arbeitslose» gibt. Ist ja kein Kunststück oder? Wenn wir alle nicht arbeiten dürfen? Wenn ich ins Feuer fasse, werde ich mir die Finger verbrennen und das ist keine Neuigkeit für mich. Wenn ich über die Strasse gehe, bin ich dann auf der anderen Seite – auch keine Überraschung. Und wenn Leute nicht arbeiten dürfen – sind sie arbeitslos – zumindest verstehe ich das so. Warum also Atem, Daten, Denkkraft und Zeit für Statistiken dazu verschwenden? Und wenn sie es aufschreiben müssen – vielleicht für Berechnungen – warum dann immer wieder am Radio ausposaunen, als wäre es eine Überraschung?

Im Bau und Hobby, scheint der Grossteil der Menschen ihre Leidenschaft fürs gärtnern und reparieren entdeckt zu haben. Eine Woche später treffe ich die gleichen Leute, in der Rückgabeschlange, für Fehlkäufe.

In «Profibaumarkt» habe ich es bisher nicht geschafft, weil die Schlange dort, fast bis auf die Strasse hinaus reicht. Aber gut – immerhin haben wir naher eine viel aufgeräumter Welt – schöne Gärten und reparierte Häuser, Wege, Gartenzäune und Schuppen. Oder einfach viele vollgestellte Schuppen, Dachböden und Keller – mit den Dingen, die sie dann doch nicht gemacht haben und es dann nicht zum Rückgabeschalter geschafft haben.

Ich bin natürlich auch nicht verschont mit neuen Projekten: Inzwischen habe ich nicht nur meine Website fertig gemacht, sondern auch eine Neuauflage von meinem ersten Buch, mit neuem Cover fertig gestellt. Ich habe mir – nach dem ich hörte es würde noch einen Monat dauern - meine eigene Ballettstange gebaut. (Klingt etwas weird ich weiss). Aktuell arbeite ich am dritten Band meiner Fantasy-Trilogie und studiere die Online Kurse des Google Marketings. Um voranzukommen, habe ich eine recht strenge Regel für mich selbst: Erst wenn ich fertig damit bin, darf ich ein neues Projekt anfangen. (Also Buch + 1) So verhinderte ich, dass ich Sachen zu stapeln anfange und ich bin grundsätzlich produktiver. Ansonsten bin ich zu schnell frustriert.

In einer von unseren Schachteln, mit unerledigten Dingen, bei mir daheim sind Fotos. Tausende. Meine Mutter hat sich ihrer angenommen und ist nun fleissig am Jahreszahlen recherchieren.

Viele Fotos sind noch vor ihrer eigenen Geburt aufgenommen worden. Es gibt sogar Zeitungsausschnitte von 1940. Auf vielen dieser Fotos ist meine Grossmutter zu sehen. Eine schöne, sehr kleine Frau, die in die Kamera lächelt. Zahllose Bruchstücke aus Erinnerungen an vergangene Tage. Und alles was von ihre übrig geblieben ist: Erinnerung.

Während dessen sitze ich an meinen eigenen Projekten – Dennoch fallen mir die Bilder immer wieder in die Hand. Meine Grossmutter ist vor 3 Jahren gestorben. Sie fällt mir immer wieder einmal ein. Natürlich jetzt, wo ich ihre Bilder in Händen halte. Aber manchmal auch sonst. Ich frage mich manchmal warum – selbstverständlich, weil man sie geliebt hat und vermisst, aber manchmal auch einfach so ohne Zusammenhang. Irgendwo – im Bus vielleicht, oder in einem Landen, vielleicht beim Einkaufen. Vielleicht, denke ich dann manchmal, ist es der Moment, wo sie auch an mich denkt. Wenn es einen Ort gibt, wo die Menschen sind, die vor uns waren, vielleicht strecken sie dann manchmal von dort aus, die Hand nach uns aus. Vielleicht möchten sie uns daran erinnern, dass sie auch uns in Erinnerung behalten.

Und mit dieser für mich ungewohnt spirituellen Gedanken, grüsse ich dich Welt.

© 2020 by Michelle Reznicek. Erstellt mit WIX.COM

Bilder: Mary Hong