• Michelle Reznicek

Kopie von Der Traum von London


Traumhaftschönes London


Und hier zum dritten und letzten Teil meiner Reisegeschichten. Ihr wart mit mir schon in Prag und in Tokio. Heute gehen wir nach England.


Vor ein paar Jahren besuchte ich London.

London ist eine fantastische Stadt. Nicht nur ist sie faszinierend und vollgestopft mit historischer Geschichte – sie ist auch eine Stadt, in der sehr viele Bücher und Geschichten spielen.

Ich stieg in Gadwick aus dem Flugzeug – und es kam mir plötzlich so vor, als wäre ich schon einmal in London gewesen. Alles war mir auf eine Traum-Art vertraut.

Tatsächlich wurde mir es aber erst bewusst, als ich in London ausstieg, dass ich gerade in der Stadt von: Paddington, Harry Potter, Bartimäus, Willhelm Shakespeare, Mary Poppins, Notting Hill und nicht zuletzt Sherlock Holmes angekommen war. Ich war den papiernen Seiten entstiegen- in die Wirklichkeit vieler meiner Buchhelden.

(Auf die Jack de Ripper Tour verzichtete ich trotz aller Faszination für Geschichten).


Die Häuser in London, mit ihren altmodischen Dienstboteneingängen, waren dazu imstande, zwei komplett verschiedene Farben zu tragen – halb und halb so zusagen, so wie die Bewohner der jeweiligen Hälfte es eben gerne wollten. Anders als bei uns, wo es einheitlich sein soll. Ein jeder sprach ein bezaubernd: Britisches Englisch. Die Themse spiegelte bei Nacht die Lichter einer ziemlich verrückten Stadt, in die ich mich auf Anhieb verliebte. Es gibt sehr viel zu berichten über London, doch mein bester Tipp ist hierbei: Fahrt doch einmal hin. London muss man gesehen haben.

Ich erzähl euch heute nur von einem Ort – der in der Nähe von London liegt und der auf seine Art überhaupt nichts mit der fröhlichen Lebendigkeit, der englischen Hauptstadt zu tun hat. Dort ist es um vieles stiller. Doch ist es nicht im Mindesten weniger beeindruckend.


Salisbury England


Es ist ein seltsamer Ort.

Ein Ort wie ein Gebet. Es ist ganz still. Das Gras ist leuchtend grün. Ein weissschwarzer Vogel, wie ich ihn noch nie gesehen habe, hüpft kaum einen Meter entfernt umher und betrachtet uns aus seinen schwarzen Knopfaugen.

Alles was man hört, sind die Glocken der Schafe, deren Weiden in Sichtweite liegen.

Die ganze Ortschaft ist ziemlich still. Die Häuser sind schön, romantisch und doch ganz ruhig. Wir sind auf dem Land. Nicht weit entfernt von dem fantastischen London. Durch deren Strassen man auf einmal in mitten der Bücher ist – Bartimäus, Harry Potter – Sherlock Holmes ganz nah. Als könnte man sie durch das Spiegelbild der Themse berühren.

Doch hier ist das alles weit weg.

Ich blicke hinauf zu ihnen. Es gibt Bilder, Bilder in dem kleinen Museum hier, auf denen die Beatles unter den grossen Steinen stehen und ein Fahrrad angelehnt ist. Damals picknickte man hier noch.


«It’s true». Unser Chauffeur des Tourbusses, wiederholte diesen Satz immer wieder zwischen seinen kleinen Anekdoten. So oft, dass es scheinbar unglaubhaft wurde. Er erzählte alles in einem bezaubernden, britischen Englisch. Doch irgendwie, glaubte ihm gern. Er erzählte von den Parks, er erzählte von den Schornsteinen – zu unserer Linken, wo der Dreh von Mary Poppins stattfand. Er erzählte von den Filmstars, die an dieser einen Strasse einst wohnten und er sprach von James Matthew Barrie, der Peter Pan schrieb und dem ein Denkmal gesetzt worden war, gleich hier zu unserer Rechten. Irgendwann erzählte er uns, dass er glaube, dass der Ort den wir besuchen, eine Grabstelle sei. Das Tor zum der «anderen Seite» und von vergleichbaren Dingen die man in den Wäldern gefunden habe.

Als ich vor den, einen der sieben Weltwunder stand, vor Stonehenge, verstand ich ihn. Dieser Ort, ist seltsam still. Es ist als schwiege er. Doch es ist keine Angst. Es ist Frieden.

Manchmal, gehe ich heute noch in Gedanken noch zwischen den Bögen umher. In Gedanken sehe ich, wie das Gras sich glänzend wiegt. Ich sehe sogar den Vogel vor mir, wie er herumspringt, mit seinen schwarzen Knopfaugen.

Wenn dies, der Ort, die Grenze auf die andere Seite ist, so ist es gut. Denn dann weiss ich, dass wir uns nicht fürchten müssen.

Die Grenze ist ganz dünn und der Frieden von der anderen Seite, ist deutlich spürbar.

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Bilder: Mary Hong