• Michelle Reznicek

Warum schreibst du eigentlich?


Warum schreibst du eigentlich?

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?

Schwer zu sagen. Meine Mutter hat uns, als wir klein waren, Bücher vor dem Schlafen-gehen vorlesen. Jeden Abend (Sofern es noch vor 21.00 Uhr war) hörten wir Geschichten von: Ronja Räubertochter, Mio mein Mio, die unendliche Geschichte und vieles mehr. Doch immer nur bis 21.00 Uhr – dann mussten wir bis zum nächsten Abend warten, bis die Gesichte weiter ging. War es da verwunderlich, dass sich die Geschichten immerfort in meinem Kopf weiterspannen?

So lange ich mich erinnere habe ich mir Geschichten ausgedacht.

In der dritten Klasse habe ich mein erstes Buch begonnen.

Wir bekamen eine vergleichsweise einfache Aufgabe: Schreibt eine Geschichte – ihr habt eine Stunde Zeit.

Doch nach einer Stunde war ich noch lange nicht fertig. Mich liess diese Geschichte einfach nicht mehr los. Sie war zu phantastisch.

Normalerweise sprengten meine Kurzgeschichten mir ihrem Ideenreichtum und daher ziemlichen Sprunghaftigkeit einfach jeden Kurzgeschichtenrahmen (Und damit auch jede Begreiflichkeit), aber nun war ich in meinem wahren Mieter angekommen und ging davon niemals wieder weg. Mir war damals schon klar, dass ich Autorin werden würde.

Schreiben ist neben meinem Beruf, meine grosse Liebe.

Ist dieses Buch fertig geworden?

Nein. Das Buch ist gewachsen auf einen ca. 1000 Seitigen Wälzer, an dem ich Jahre geschrieben habe. Aber er liegt noch immer in meiner Schublade. Aber ich werde es fertig mache.

Wie hiess dieses Buch?

Es heisst: Das Land der Lieder

Was wars für ein Buch?

Es war ein Fantasy – eine fantastische Reise durch fremde Länder und wundersame Welten. Eine Gruppe von Kindern, verirren sich in eine fremde Welt – und auch der Suche nach ihrem Zuhause erleben sie aberwitzige Abenteuer.

Wie hiess der Protagonist/in?

Er heisst Aki und kam aus dem: Land der Lieder.

Warum schreibst du eigentlich?

Warum? Eigentlich habe ich keine Antwort drauf. Ich schreibe, weil ich muss.

Die Geschichten sind alle da – ich bin nur die, sie sie erzählt. Und weil sie nicht verloren gehen dürfen, muss ich sie aufschreiben.

Schreiben ist ausserdem ein Prozess der Selbstverwirklichung und des eigenen Ausdrucks.

Wir dürfen in hunderterleih Köpfe schlüpfen, sind verschiedene Menschen auf einmal – und dürfen die Realität in den Büchern vielleicht um, das verbessern was wir in der Wirklichkeit nicht verändern können.

Wir brauen Szenarios zusammen, erschaffen Liebes-Konstrukte und Intrigen, und sehen was dabei herauskommt. Manchmal entwickeln sich die Figuren einfach von allein und man ist ganz erstaun was sie einem «erzählen».

Wie kommt es das du in verschiedenen Genres schreibt?

Ich schreibe, wie ich lese. Nämlich: Fantasy, Kurzgeschichten, Romane, Lyrik, Prosa.

(Inzwischen lese ich allerdings sehr viele Sachbücher – von denen ich aber wohl nie eines schreiben würde 😉)

Jedes Genres bietet etwas anderes. In den Fantasys kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Ich liebe einfach Drachen, Feen, Elben und Riesen. Und der einzige Ort an denen wir Ihnen begegnen können ist in unserer Fantasie.

In den Romanen kann man im hier und jetzt ansetzten. Mit Menschen umgehen die realitätsnäher sind. Man sieht in fremde Leben hinein und kann die Frage: Was wäre, wenn, nicht nur stellen, sondern auch eine Antwort darauf finden.

Lyrik und Prosa, sofern man eine gefunden hat, die einem zusagen, ist einfach schön zu lesen -oder zu sprechen, ich liebe Poetry Slams - Sie zeigen die ganze Schönheit der Worte und erlaubt das Spiel mit der Sprache, mehr als jedes andere Gerne. Man vermag Bilder und Gefühl zu vermitteln die über die Sprache fast schon hinaus gehen – was man ja eigentlich mit jedem Buch und jedem Gerne will.

Nur mit Krimis und Trillers kann ich mich nicht anfreunden. Ich glaube würde ich mich emotional wirklich in schreiben einlassen – ich würde mich selbst zu tote ängstigen. Eine lebhafte Fantasy ist eben nicht nur gut. 😉

Welche Bücher in diesen Genres findest du gut?

Fantasy: Harry Potter

Roman: Nachtzug nach Lissabon (Pascal Mercier)

Prosa/Lyrik : Die Nacht aus Blei (Hans Henny Jahnn)

Tipps für Schreibende?

Es geht immer um das Buch. Das Buch, die Geschichte ist das Wichtigste.

Und: Egal welche Schwierigkeit oder welche Aufgabe sich auftut: Es ist eine Möglichkeit etwas zu lernen und zu wachsen, flexibler zu werden und mehr Kompetenzen aufzubauen. Ich wollte z.B. nie Werbung machen. Nie auf Sozial-Medien aktiv sein. Die Dinge machen von denen ich glaube das ich es nicht kann. Nun muss ich es lernen. Und es ist: Spannend. Aufregend. Interessant. Und ich bin sehr dankbar dafür.

© 2020 by Michelle Reznicek. Erstellt mit WIX.COM

Bilder: Mary Hong